1. Mannschaft

Die erste Mannschaft des Sport-Clubs hat am Freitagabend das Auftaktderby der Bezirksliga 9 beim Erler SV 08 souverän mit 5:0 gewonnen. Dabei überraschte die Mannschaft nicht nur die eigenen Anhänger, sondern auch die ganze Gelsenkirchener Amateurfußballszene.

„Nach dem Pokalspiel waren alle am Boden zerstört, heute gewinnen wir hier 5:0 – das hätte sich keiner vorstellen können“, gab der glückliche SCH-Coach Tim Kochantzki nach Abpfiff der Partie am Erler Forsthaus zu. Wer sollte auch damit rechnen, dass sich die Hasseler, die vor wenigen Tagen noch durch ein 0:1 nach Verlängerung in der ersten Runde des Kreispokals an A-Ligist FSM Gladbeck gescheitert waren, nach der Neuzusammenstellung derart stark zurückmelden? Doch Kochanetzki kannte den Schlüssel zum Erfolg: „Wir haben immer an den Sieg geglaubt. Wir wurden im Vorfeld immer als Kreisliga-A-Mannschaft bezeichnet, aber ich habe immer gesagt, dass eine Kreisliga-A-Mannschaft mit Herz vielleicht mehr bewegen kann, als man glaubt“, sagte er. Und das setzten seine Schützlinge nahezu perfekt in die Tat um.


Als die Anfangsphase noch von gegenseitigem Abtasten und mangelnden Torchancen geprägt war, machten die Gäste vom Lüttinghof schon mit ihrem Auftreten klar, dass sie die Punkte dem amtierenden Feldstadtmeister nicht schenken werden. Stürmer Seldin Malkoc und seine Kollegen aus dem Mittelfeld attackierten die Null-Achter früh und zwangen sie zu Fehlern. Zu gefährlichen Strafraumsituationen kam es aber erstmal nicht.


Bis zur 25. Minute: Mike Zapka drang von rechts in den Strafraum ein und wurde unsanft von den Beinen geholt – Elfmeter! Malkoc trat an und verwandelte sicher zur nicht unverdienten Gäste-Führung. Während die Erler noch mit dem Rückstand haderten wurde der Sport-Club immer aktiver vor dem Kasten von ESV-Keeper Tobias Zimmer. Erst verfehlte Zapka aus 17 Metern das Tor noch knapp, zwei Minuten später machte es Mert Durmaz jedoch besser. Vom Mittelkreis aus startete er einen Sturmlauf in Richtung Strafraum, den er mit einem sehenswerten Schlenzer ins rechte Eck abschloss.


Scheinbar hatte es diesen zweiten Treffer gebraucht, um den Spiel nun in der Folge mehr Torchancen zu verleihen. Plötzlich tauchten auch die Gastgeber vor dem Tor von Torwart Timo Oltersdorf auf. Die größte Möglichkeit vergab Benedikt Vorholt per Kopf. Auf der anderen Seite war erneut Zapka nah dran am dritten Hasseler Treffer, doch sein Schuss flog knapp über die Latte. So ging es also mit der 2:0-Führung im Rücken in die Kabine.


Paradoxerweise startete der zweite Durchgang genauso wie der erste. Die Erler wollten das Spiel nach und nach an sich reißen und setzten dabei vermutlich auch auf schwindende Kräfte bei Kochanetzkis Schützlingen, die zwischendurch immer wieder das Tempo bei der Balleroberung anzogen. Und genau wie in Halbzeit eins machte ein Foul im Sechzehner einen Strich durch diese Rechnung. Diesmal drang Malkoc nach einem schönen Lupfer von Domenico Di Bari in die Gefahrenzone ein und wurde von Marvin Scholz von den Beinen geholt. Der gefoulte trat selbst an und blieb zum zweiten Mal eiskalt (59.). Scholz sah derweil wegen Notbremse die rote Karte.


In Überzahl legten die Gäste direkt nochmal nach. Mert Durmaz wurde sehenswert freigespielt, ließ noch einen Gegenspieler aussteigen und schob dann ein (61.). Es war der Beginn einer 30-minütigen Siegestour auf der Anlage des als Favoriten gehandelten ESV. In Unterzahl gaben die Gastgeber ihre letzten Versuche, die Partie noch einmal spannend zu machen auf, sodass sich den Hasselern noch einige Räume zum Kontern boten. Einen solchen nutzte der eingewechselte Jamal Engels nach Zuspiel des ebenfalls zuvor reingekommenen Marco Lukas (85.). Kurz darauf war auch Schluss – 5:0 für den Sport-Club.
Nach einem solchen Spiel konnte auch mal die ersten Lobeshymnen ausgepackt werden: „Am Ende des Tages waren wir ein Stück heißer, haben hinten super gestanden, die taktischen Vorgaben gut umgesetzt und eine gute Raumaufteilung gehabt. Wir haben die Zweikämpfe richtig geführt, da waren wir Erle überlegen“, freute sich Kochanetzki. „Und dann machen wir die Tore, das gehört auch dazu. Ich denke, dass wir im Kollektiv besser waren“.


Dennoch will er den Auftakt nicht überbewerten: „Vielleicht sind wir jetzt Tabellenführer, aber jeder weiß, dass es der erste Spieltag ist. Das nächste Spiel gegen Röllinghausen (So, 19. August , 15 Uhr am Lüttinghof) wird wieder ganz anders. Wir fangen jetzt nicht an zu träumen, nur weil wir einmal ein äußerst gutes Spiel abgeliefert haben“. Danach ging es für Kochanetzki auch nochmals zu seinen jubelnden Schützlingen. Aus der Kabine dröhnte „Derbysieger, Derbysieger hey, hey“. Nach all` den Negativ-Schlagzeilen aus der jüngsten Vergangenheit ist das mal wieder eine willkommene Abwechslung.

Alle Highlights des Derbys findet ihr bei den Kollegen von FuPa-Gelsenkirchen: https://www.fupa.net/tv/match/erler-sv-sc-hassel-6488554-91738/tor-05-sc-hassel-85

 

 

 

 
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